Kartoffel Flow

Beim Kartoffeln schälen tauche ich ein in die Tätigkeit des Schälens, auch in Gerüche und die Vorfreude des Essens. Es ist ein eigener Rhythmus. Kartoffeln waschen, Töpfe bereitstellen. Hier kann ich etwas anfassen und das Ergebnis erleben. So komme ich zur Ruhe nach einer oft nicht-analogen also vielleicht digitalen Tätigkeit oder Zeit. Ich koche gerne Gemüseeintöpfe.

Das erinnert mich auch an meine Großmutter. Als ich Kind war, bekam sie von meinen Eltern oft kleine Aufgaben. Beispielsweise eben das „Kartoffeln schälen“ vormittags um elf. Sie fragte dann schon mal am Vorabend „wie viele Kartoffeln dürfen es den morgen sein?“ Sollte für die ganze Familie gekocht werden, würde es vielleicht Besuch geben? Ich glaube, diese regelmäßige Aufgabe gab ihr auch Halt und Sicherheit. Und überraschend: jetzt bin ich auch bald in dem damaligen Alter meiner Großmutter.


Bernhard


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